Den Klappentext darf man nicht vernachlässigen. Er wird nicht nur auf die Rückseite deines Buches gedruckt und soll den Leser in das Buch blicken lassen, sondern wird auch oft auf den Shopping-Seiten als Beschreibungstext angezeigt. Das macht ihn in der heutigen Zeit unheimlich wichtig. Das war er natürlich früher bereits – doch heute kann man beim Online-Kauf oft keinen Blick in das Buch werfen, wie in einer Buchhandlung.

Amazon bietet zwar meist eine Leseprobe an, aber viele andere Plattformen nicht. Auf diesen Plattformen zählt dann euer Cover, Titel und der Beschreibungs-/Klappentext – dieser gibt in der Regel die entscheidenden Informationen. Mir fällt es oft sehr schwer, mein Buch in so wenigen Zeilen anzupreisen – vielleicht geht es dir ähnlich. Deshalb habe ich diese Tipps mit Beispielen zusammengestellt.

 

1. Die richtige Stimmung

Was kann man tun, damit der Klappentext möglichst ansprechend ist?

Bestenfalls weckt man Emotionen und vermittelt die Grundstimmung der Geschichte. Vielleicht erzählst du vom Hauptcharakter, seinen Zielen und deutest an, wie sich alles entwickeln wird. Ein reines Aufzählen von Fakten ist meistens ein Fehler.

Ebenso solltest du wirklich über den Inhalt des Buches berichten und nicht über deine Vision davon, was das Buch sein soll – diesen Fehler habe ich selbst gemacht. Eine Zusammenfassung meiner Erkenntnisse und Konsequenzen findest du auf meinem persönlichen Blog. Hier ist der Klappentext meines alten Buches „ER: Die Reise von Ole.“, das vor einiger Zeit durch „Die Legende von Kados: Eine letzte Reise“ ersetzt wurde:

Ein neu geschaffenes, reichhaltiges, stimmiges Universum wird mit diesem Buch eröffnet. Der Inhalt reicht von Fantasy über Steam-Punk bis hin zu Science-Fiction. Gleichzeitig werden politische, wirtschaftliche und kriegerische Aspekte beleuchtet. Die Geschichte bleibt dabei stets spannend und wird aus der Perspektive eines einzelnen Charakters erzählt. Dadurch scheinen einige Dinge geheimnisvoll und der interessierte Leser kann versuchen die Details zu ergründen.

Es wird Wert auf Action, fiktive Technologien und eine in sich stimmige Welt gelegt. Auch aufregende Wendungen und eine oft kompromisslose Erzählweise dürfen in diesem Kontext nicht fehlen.

„Er trat ab und gab das Handzeichen zum Feuern. [….], der Captain neben mir und die Soldaten mit den auf uns gerichteten Gewehren im Anschlag gegenüber. Ich riss den Captain zu Boden und die Gewehre feuerten. Eine dichte Rauchschwade vor und zu Boden fallende Körper hinter mir.“ (Zitat aus dem Buch)

 

Dieses Negativbeispiel liest sich eher wie eine mittelmäßige Review, die vom Autor selbst geschrieben wurde. Inzwischen habe ich dazugelernt. Der Klappentext der Neuauflage „Die Legende von Kados: Eine letzte Reise“ wird gut angenommen und liest sich wie folgt:

Ohle ist der neugierige und junge erste Offizier auf einem gigantischen menschenähnlichen Roboter. Er wird an der Seite vom rätselhaften und kühnen Captain Endo auf eine Entdeckungsreise durch das Wüstenland Kados geschickt. Auf dieser Reise entdecken sie die sagenumwobene Vergangenheit ihrer hochentwickelten Vorfahren, geheimnisvolle Orte und fremde Kulturen. Doch leider ist nicht alles so wie es scheint und die Forscher sehen sich schon bald vielen Gefahren gegenüber. Dadurch werden sie dazu gezwungen neue Rollen einzunehmen, denn sie wollen das Beste für ihre Heimat und werden dafür kämpfen.

Ein spannendes Abenteuer, angesiedelt in der reichhaltigen Sci-Fi-Steampunk-Welt von Kados, in der zahlreiche Konflikte schwelen.

 

Der neue Klappentext gibt den Inhalt des Buches viel besser wieder, stimmt einen auf die Geschichte ein und ist dabei sogar kürzer. Die ersten Zeilen führen den potenziellen Leser erzählerisch in die Welt ein. Der zweite Absatz ist sehr kurz und enthält alle wesentlichen Infos, die der Leser noch braucht, um zu entscheiden, ob ihm das Buch wirklich gefallen könnte. Spätestens dann wirft er einen Blick auf die ersten Seiten, die übrigens auch sehr wichtig sind.

Über das Verfassen des ersten Satzes werde ich bald schreiben. Ich informiere dich gerne über meinen Newsletter, sobald es soweit ist. Alle Komponenten können entscheidend sein.

Wie du siehst, bekommt man nicht immer sofort alles perfekt hin. „Perfekt“ gibt es bei kreativen Arbeiten ohnehin meist nicht – denn du wirst hoffentlich stets besser werden. Deshalb bin ich auch nicht wütend auf mich, dass meine erste Veröffentlichung einige Unschönheiten hatte. Durch die Veröffentlichung habe ich sehr viel gelernt, Vertrauen gewonnen und konnte an mir arbeiten.

Mit meinen neuen Büchern bin ich sehr zufrieden. Aber sicherlich werden mir auch dort, im Laufe der Zeit, noch Kleinigkeiten auffallen. Zum Glück kann man im Zweifelsfall immer eine neue Auflage veröffentlichen. Das habe ich auch bereits getan. Darüber habe ich in einem Beitrag kurz über meine zweite Auflage geschrieben.

 

2. Ein ganzes Buch in wenigen Zeilen

Es ist nicht notwendig, dass du jeden einzelnen Aspekt deines Buches im Klappentext unterbringst. Du solltest dem Leser des Klappentextes aber genug Informationen geben, damit er einschätzen kann, ob ihm dein Buch zusagt. Schaue am besten auf die Klappentexte von Büchern, die du selbst gekauft hast oder die gerade in deiner Zielkategorie beliebt sind. Dort kannst du Anhaltspunkte finden, was derzeit in deinem Genre gut angenommen wird.

Wenn du dein gesamtes Buch in einem Satz zusammenfassen kannst, dann ist das oft ein gutes Zeichen und sehr hilfreich beim Schreiben einiger ergänzender Zeilen. Wie wäre es mit einem Beispiel? Wir tun so, als ob wir eine kleine, lebensbejahende Romanze geschrieben hätten (das ist zwar nicht mein Genre, aber ich gebe mein Bestes beim Improvisieren):

„Der hoffnungsvolle Graubart Reinhard heuerte für einen Neuanfang auf einem Fischkutter an, nachdem seine Gattin tragisch umkam.“

Damit ist der Grundaufbau erledigt. Jetzt können wir etwas ergänzen. Es steht dir dabei frei, bereits etwas von dem Verlauf der Geschichte zu verraten. Das ist auch nicht schlimm, wenn euer Buch nicht alleine auf dieser „Wendung“ basiert. Wie wäre es hiermit:

„Seinen Verlust würde er erst verarbeiten, als er der lebensfrohen Jana begegnet.“

Theoretisch sollte das schon reichen, um die Grundstimmung zu vermitteln und einen groben Überblick über die Geschichte zu geben. Natürlich wird das Buch kein mehrteiliger Epos sein, sondern eher ein kleiner Roman. Lasst uns das dem Leser in einem weiteren Absatz vermitteln:

„Eine kurzweilige Geschichte über verlorene und neu gefundene Liebe an der schwedischen Küste.“

Dieser knappe Klappentext könnte Leser ansprechen, die eher auf sanfte Romanzen stehen, welche von Hoffnung und wiedergewonnener Lebensfreude erzählen. Im Zusammenspiel mit einem passenden Titel und Cover, bringt dieser Klappentext vielleicht einige Leser auf die ersten Seiten des Buches. Schaue also gerne auch bei meinem Beitrag über die Titelfindung rein.

 

3. Die Kernelemente

Versuche die wichtigsten Charaktere, zentrale Emotionen und das mögliche Ziel der Geschichte einzufangen. Das kannst du dann noch so weit ausschmücken, wie du möchtest. Aber in der Regel ist kürzer besser – denn umso schneller kann der Leser theoretisch auf die erste Seite springen und wirklich eintauchen. Wenn du aber einen etwas längeren Text braucht, dann ist das selbstverständlich kein Grund zur Sorge, solange er sich gut liest und den Leser überzeugt.

Wenn man jedoch schon in der Hälfte des Klappentextes nicht mehr viel Leselust verspürt, dann ist das ein schlechtes Zeichen. Gebe deinem Klappentext also am besten zum Probelesen an Freunde und Verwandte und frage sie, ob sie das Buch kaufen und lesen wollen würden. Im Optimalfall kennst du ein paar Leute, die deinem angestrebten Genre zugeneigt sind.

Natürlich ist es manchmal schwer ehrliche Meinungen zu bekommen, aber du findest hoffentlich einen Weg. Denn rohe Kritik kann einem wirklich helfen – ob und wie man die angesprochenen Punkte dann umsetzt, bleibt einem immer noch selbst überlassen.

 

4. Wie viel preisgeben?

Eine wichtige Überlegung ist außerdem, wie viel vom Verlauf der Geschichte man bereits im Klappentext preisgeben möchte. Das ist eine schwierige Frage. Man möchte einerseits nicht zu viel vorwegnehmen, aber andererseits zeigen, dass das eigene Buch vielleicht die ein oder andere spannende Wendung enthält.

Am besten überlegst du, was deinen Protagonisten im ersten Teil deiner Geschichte zum Umdenken bewegt oder ihn antreibt. Dieses Detail hält nicht nur die Spannung in deinem Buch aufrecht, sondern kann auch seinen Platz im Klappentext finden.

Orientiere dich auch hier gerne an beliebten Büchern aus deinem Zielgenre. Nicht selten verraten die Autoren bereits den Inhalt des gesamten Grundaufbaus. Wenn der gut geschrieben ist, dann stört es auch nicht, wenn man ihn durch den Klappentext schon zum Teil kennt.

Traue dich also ruhig, schon etwas von der Geschichte zu verraten, aber behalte den Ausgang des Handlungsstrangs trotzdem lieber im Verborgenen. Verwende auch gerne offene Fragen, wie: „Kann die angehende Magierin dem mächtigen Zauberer letztendlich Einhalt gebieten?“ Natürlich gerne etwas schöner ausgeschmückt.

 

5. Extra-Tipps

Es dauert wirklich nicht lange und hilft ungemein, wenn du einfach online nach den aktuellen Bestsellern und beliebten Neuerscheinungen suchst.  Werfe einen Blick auf die Beschreibungstexte und lese sie dir genau durch. Du findest vielleicht heraus, was in deinem Genre gerade gut funktioniert oder wie du deinen eigenen Klappentext aufbauen könntest.

Der Vollständigkeit halber möchte ich noch erwähnen: Achte beim Klappentext besonders genau auf die Rechtschreibung. Es ist mir schon oft passiert, dass ich vor Aufregung über die anstehende Veröffentlichung, fast einen kleinen Patzer übersehen hätte.

Ich weiß, das Schreiben einer kurzen Zusammenfassung kann schwer sein, aber es ist unheimlich wichtig und kann sich wirklich auszahlen. Falls du noch Fragen oder Themenwünsche hast, dann schreibe mir gerne an frage@kados.media oder bei Social Media (@stubenvogel).

Ich wünsche viel Spaß beim Lesen und Schreiben!

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Medienschaffender und Autor der Buchreihe "Die Legende von Kados" sowie der Beiträge dieser Website.